Der Orden der Drachenritter, das 
			Fantasy-Rollenspiel Legends of Aylann!
 
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Die Historie Dragonias


Getreulich aufgezeichnet von Taliesin, dem Barden, im Auftrag Seiner Königlichen Majestät Aramon I.

Zur Zeitrechnung: Als Jahr 0 wird jenes Jahr angenommen, in dem der legendäre Herrscher Dragon erstmals seinen Fuß auf den Boden des Landes setzte, welches er später Dragonia nannte. Die Zeit wird in v.D. (vor Dragon) und n.D. (nach Dragon) angegeben. Angemerkt sei aber, dass diese Zählung bei anderen Völkern nicht unbedingt üblich ist.


Die Schöpfung Aylanns
Die Phase der Reichsgründung
Die zweiten Orkkriege
Die Dunklen Jahre
Der Neubeginn
Côrs Rückkehr

nach oben Die Schöpfung Aylanns und Côrs Fall


~ 5000 v.D. Die ersten Elfen erschienen in Aylann in den Gala'Tâo in den Elfenwäldern.

4750 v.D - 3500 v.D. Côr errichtete seine Dunkle Festung im heutigen Taros. Er begann den Elfen nachzustellen und sie zu töten, was im Sommer des Jahres 4000 v.D. zum Exodus der Elfen ins Land des Sommers führte. Die ersten Orks tauchten in Côrs Gefolge auf und die Dunkelheit breitete sich in Aylann aus. Côr war alleiniger Herrscher. Das Verlöschen der Sterne war sogar im Land des Sommers sichtbar.

~ 3500 v.D. Die ersten Drachen kamen aus den Bergen des heutigen Drachengebirges herunter und nahmen den Kampf gegen Côr auf. Etwa 500 Jahre später kehrte auch ein Großteil der Elfen aus dem Land des Sommers nach Aylann zurück, um in den Kampf gegen Côr einzutreten.

3000 - 1500 v.D. Der Kampf gegen Côr wütete in Aylann. Immer wieder erlagen Elfen den Einflüsterungen Côrs und verwandelten sich. Aus ihnen entstand das Volk der Dunkelelfen, das seither auf Seiten Côrs kämpft. Wieder waren die Elfen im Kampf unterlegen und gezwungen, sich tief in die Wälder zurückzuziehen. In ihrer Not schloss der Elf Sirayon Sturmtänzer mit dem Drachen Shartol,dem Goldenen einen Bund zwischen Elfen und Drachen. Die Kriegergruppe der Drachenreiter entstand.

~ 1500 v.D. Der Kampf gegen Côr ging seinem Höhepunkt entgegen. Zum ersten Mal trat der Nachtdämon als mächtigster Diener Côrs in Erscheinung. In einer finalen Schlacht traten Sirayon und Shartol, der Goldene dem Nachtdämonen entgegen. Der Nachtdämon fiel, jedoch waren die Erschütterungen im magischen Gefüge der Welt so stark, dass Sirayon und Shartol in einen todesähnlichen Schlaf versetzt und große Teile Ynis Eldeas verschüttet wurden. Mit dem Fall des Nachtdämons war Côr besiegt. Er und seine Truppen wurden nach Taros zurückgedrängt.

1500 - 1000 v.D. war das heutige Reich Aylann zum größten Teil von dichten Wäldern bedeckt. Westlich des großen Flusses waren die Wälder nur von wenigen Baumdrachen bewohnt. Einige Orkstämme begannen, das Orkland zu besiedeln, andere marodierten im Bereich des heutigen Westdragonias im ständigen Hader untereinander. Die Elfen spalteten sich auf in Hochelfen, Lichtelfen und Waldelfen. Östlich des großen Flusses lebten Lichtelfen und Waldelfen als nomadisierende Sippen. Die ersten Zwerge erschienen im Süden in den Zwergenbergen, lebten jedoch noch nicht in den prächtigen Hallen von heute, sondern noch recht primitiv. Zum ersten Mal machte in Isua ein legendärer Drachenkönig von sich Reden. Die Kulturen der Echsenmenschen blühten in dem Dschungelreich auf. Ein Großteil der Orks sagte sich von Côr los. Waldläufer und Druiden begannen die Manawälder zu besiedeln.

747 v.D. pflanzten die Lichtelfen Feanor und Galadriel auf einem Hügel in der Nähe der Sirannonquellen jenen Baum, der uns heute als der Aiyeona bekannt geworden ist und in der Stadt Sha'Nurdra zu finden ist. Bis 593 v.D. dauerte es, bis er in einer Größe emporragte, die es den Lichtelfen erlaubte, ihn zu einer Wohn- und Versammlungsburg auszubauen. Zunächst war er nur als Versammlungsort für die Elfen gedacht, doch ab 570 v.D. begannen Elfen hier sesshaft zu werden. So entstand ein Elfendorf, das von seinen Bewohnern Sha`Nurdra, aufgehende Sonne, genannt wurde.

469 v.D. gelang es dem orkischen Kriegshäuptling Karkush, die Orkbanden der westlichen Wälder zu vereinen. Er gründete am Fuße der Zwergenberge das Lager Nuru.

443 v.D. ist bei den Zwergen die Gründung der ersten großen Minen belegt.

372 v.D. Finarfin Windsänger, ein Lichtelf, der später das Geheimnis der elfischen Lieder und der elfischen Liedmagie hüten und zum Erbauer der Windharfe, dem Schutzschild der Stadt, werden sollte, kam in Sha'Nurdra zur Welt.

Bis 250 v.D. war aus Nuru eine befestigte Stadt geworden, während Sha`Nurdra eher langsam wuchs. Die Orks breiteten sich westlich des großen Flusses aus.

201 v.D. drangen sie erstmals über den großen Fluss in die Elfenwälder vor, wurden aber von den Elfen, die den Orks in den Wäldern überlegen waren, zurückgeworfen. In den folgenden Jahren sollten die Orks noch oftmals versuchen, in den Elfenwäldern Fuß zu fassen. So wüteten von 201 bis 180 v.D. die ersten Orkkriege, die jedoch nicht in offenen Schlachten, sondern in unzähligen Scharmützeln und Hinterhalten ausgetragen wurden.

195 v.D. kamen die ersten Zwerge aus den Bergen herab und gerieten in die Kämpfe zwischen Elfen und Orks. Die meisten von ihnen, in den Wäldern von jeher unbeholfen, zogen sich daraufhin in die Berge zurück, aber eine Gruppe unter Umrix, Sohn des Umrax kämpfte bis zum Ende der Kriege auf Seiten der Orks. Darauf begründete sich die Feindschaft zwischen den Elfen und Zwergen, die seitdem von zahlreichen Missverständnissen, resultierend aus der völlig unterschiedlichen Lebensweise der Völker, genährt wurde.

180 v.D. brach in Nuru eine verheerende Seuche aus, die die Stadt fast entvölkerte und die Orks so sehr schwächte, dass sie ihre Angriffe aufgeben mussten. Als die Seuche 175 v.D. zum Erliegen kam, hatte die Zahl der Orks so sehr abgenommen, dass sie lange Zeit keine Bedrohung mehr darstellten.>7p>

~ 150 v.D. Der Volksstamm der Eorlingas aus den Nordlanden begann, von Westen aus das heutige Aramon zu besiedeln.


nach oben Die Phase der Reichsgründung Dragonias


Im Jahre 0 trafen die ersten menschlichen Siedler aus dem Norden an der Mündung des Großen Flusses ein. Bei der Landung stießen sie auf einen großen Berg, der vom Meer aus gesehen die Form eines liegenden Drachen hatte und nannten ihn den Drachenberg. Der Anführer der Siedler war Dragon.

5 n.D. gründete Dragon auf dem Drachenberg die Stadt Ynis Eldea (später Drachenauge) neu und ließ sich zum König der neuen Siedlung krönen. In den folgenden Jahren, bis 25 n.D., strömten immer neue Siedler nach, und Ynis Eldea wuchs rasch. Das Land um die Stadt, besonders im Westen, wurde urbar gemacht.

Ende 6 n.D. initierte Sirnartak Krarkgorol den ersten Drachenbund, um der schwindenden Zahl der Drachen und damit dem Verlust des drachischen Wissens entgegenzuwirken. Gemeinsam mit einem Feuer-, einem Erd-, einem Wasser- und einem Edeldrachen begründete er den ersten Drachenbund in den Drachenbergen und erzeugte den ersten gemeinsamen Drachenhort.

15 n.D. überquerten Jäger aus Ynis Eldea zum ersten Mal den großen Fluss und stießen in den Wäldern auf die Elfen, die ihnen mit vorsichtiger Freundlichkeit begegneten. Trotzdem blieben Kontakte zwischen den Völkern eher selten, weil sie einander zu fremd waren.

26 n.D. beschloss Dragon I. zur Aufrechterhaltung der Ordnung einen Ritterorden zu gründen. Er rief eine Quest aus, um die tapfersten Recken zu finden. 27 n.D. folgten der Mensch Drake, die Elfe Laura und der Zwerg Ralf diesem Ruf und bestanden die Quest. Sie gingen als die legendären ersten Drachenritter in die Geschichte ein.

Die Rettung eines Drachenjungen durch die drei Drachenritter begründete die Freundschaft der Drachen zum neuen Königreich, das fortan nach seinem Herrscher Dragonia genannt wurde. Diese Begebenheit gab außerdem den Drachenrittern ihren ehrenvollen Namen. Der Orden wuchs in den folgenden Jahrzehnten zu einer stolzen Armee heran, deren Ruf sogar zu den Zwergen ins Gebirge vordrang, während sich Dragonia beiderseits des Flusses weiter nach Süden ausbreitete.

65 n.D. stieß eine Expedition so weit wie nie zuvor in den Süden vor und traf auf einen schwarzen Berg, der aufgrund seines Gesteins Schwarzenfels genannt wurde. Am Fuße des Berges wurde eine Siedlung gegründet, welche heute als die Stadt Nighton bekannt ist. Die Siedlung hatte es jedoch in der Folgezeit recht schwer, da die Elfen das Vordringen der Menschen in die Wälder mit Sorge betrachteten und es immer wieder zu Übergriffen auf die Felder der Siedler kam, welche bis 70 n.D. andauerten.

66 n.D. verschwand der erste Herrscher Dragonias während einer Jagd im dichten Wald, an der er trotz seines hohen Alters von 91 Jahren noch immer mit großem Eifer und Geschick teilnahm und hinterließ das erblühende Reich seiner Tochter Elida. Die Leiche Dragons I. wurde jedoch nie gefunden, und so hielt sich trotz aller zweifelnden Stimmen in den nachfolgenden Jahren die Legende, der große Dragon werde eines Tages zurückkehren, um sein Volk in Gerechtigkeit und Frieden zu regieren.

70 n.D. wurde auf dem Schwarzenfels ein Wachturm errichtet, um die junge Siedlung besser schützen zu können. Daraufhin kamen die Konflikte mit den Elfen zu einem unsicheren Waffenstillstand, in dem die Elfen die Siedler in Ruhe ließen und diese nicht weiter in die Wälder vordrangen. Freundschaft entstand jedoch nicht, die Völker mieden sich so gut wie möglich. Die Zwerge jedoch, die 116 n.D. erstmals in der Siedlung am Schwarzenfels auftauchten, wurden begeistert willkommen geheißen. Durch ihren Einfluss erlangten die Handwerker dort ungeahnte Kunstfertigkeit, die bis heute ihrem Ruf gerecht wird.

71 n.D. Finarfin Windsänger, der 25 n.D. Aylann verlassen hatte, widmete sein Leben dem Studium der elfischen Sangeskunst, entlockte ihr große Macht und brachte sie zuletzt bis zur Vollendung. Im Land des Sommers baute er die erste Windharfe, ein einmaliges Werk elfischer Instrumentenbaukunst. Einem magischen Schild gleich vermag sich ihr Lied in Notzeiten über einen Ort zu legen.

95 n.D. Einige Ritter des Ordens, die in strengem Glauben an den Gott Paladin stets auf den Pfaden des Guten wandelten, erhielten von König Lluth, dem Nachfolger Königin Elidas, die Erlaubnis, einen eigenen Orden zu gründen, den 'Heiligen Orden der Zwölf'. Diese Vereinigung von Kriegerpriestern sollte in den folgenden Jahren durch andauernde Kämpfe für das Gute schnell zu großem Ruhm und großer Ehre gelangen.

231 n.D. erschien eine Abordnung der Zwerge unter Angra, Sohn des Angru auch in Ynis Eldea. Sie stellten sich als Gesandte des Zwergenkönigs Arambolosch, Sohn des Arombolosch vor und boten König Sigfrid ein Bündnis an, in dessen Folge der Handel mit den Zwergen Ynis Eldea reich machte.


nach oben Die zweiten Orkkriege


Ab 280 n.D. begannen sich die Orks in den verbliebenen westlichen Wäldern wieder auszubreiten. Ein Vordringen über den Fluss wurde jedoch von den Drachenrittern erfolgreich verhindert. Dennoch kam es in den folgenden Jahren zu den zweiten Orkkriegen.

359 n.D. nutzte Sir Nighton, Gutsherr beim Schwarzenfels, die Unruhen auf dem anderen Flussufer geschickt aus. Er errichtete anstelle des alten Wachturms eine Burg und erhob sich zum Herrscher eines kleinen, unabhängigen Fürstentums um die Stadt am Schwarzenfels, die später nach ihm benannt wurde.

361 n.D. sammelte Königin Trahelia von Dragonia ihr Heer zu einem letzten Schlag gegen die Orks, bei dem diese vernichtend geschlagen wurden. Um die Bedrohung für alle Zeiten auszulöschen, zog Trahelia daraufhin gegen Nuru. Sie konnte die Stadt einnehmen und dem Reich eingliedern. Die meisten Orks zogen sich in das Hochland zurück, das seitdem Orkland heißt. Trotzdem blieb Nuru ein Unruheherd. Die in der Stadt verbliebenen Orks kamen mit den Besatzern nicht gut aus, so dass mit strenger Hand für Ordnung gesorgt werden musste. Dem Reich war dennoch eine Ruhepause vergönnt, in der sich die Bevölkerung von den Orkübergriffen erholen konnte.

397 n.D. entstand der erste Kontakt zum Königreich Aramon. König Karral sandte eine Abordnung aus, die die Lösung Nurus vom Reich forderte - offensichtlich sollte die Stärke des relativ jungen Reiches getestet werden. Natürlich wurde dies abgelehnt, durch geschickte Diplomatie konnte jedoch ein bewaffneter Konflikt vermieden werden. Dennoch entwickelte Nuru sich wegen seiner strategischen Lage zu einem Zankapfel zwischen Dragonia, Aramon und den Reichen der Zwerge, wobei jeder um den Einfluss in der Stadt rang. Dies kam Nuru nicht gerade zugute. In dieser Zeit kühlten die Beziehungen Dragonias zu den Zwergen merklich ab, der Handel kam größtenteils zum Erliegen. Die Zwerge handelten deshalb verstärkt in Nighton und führten das Fürstentum zu einer ersten Blüte. Nighton entwickelte sich zu einem Zentrum des Handwerks.

423 n.D. baute Windsänger Finarfin wie zuvor im Land des Sommers, aus dem er zurückgekehrt war, auch in Sha`Nurdra eine Windharfe, deren Lied in Zeiten der Gefahr die Stadt wie ein Schutzschild umspannen konnte. Die Windharfe lockte viele bis dahin nicht sesshafte Waldelfen zum Aiyeona. Die Stadt erlebte eine Periode des Wachstums, blieb aber wegen ihrer abgeschiedenen Lage vom Reich weitgehend unbeachtet. Dies wurde verstärkt durch von den Elfen sorgsam gepflegte Gerüchte über die Gefährlichkeit ihrer Wälder.


nach oben Die Dunklen Jahre, Niedergang des Ordens der Drachenritter


467 n.D. zog eine schwefelgelbe Wolke aus dem Südosten herauf und bedeckte den gesamten Himmel über Ynis Eldea. Unter ihrem stinkenden Einfluss breitete sich ein unheilvoller Wahnsinn in der Stadt aus. Dies war das erste Mal, dass eine Bedrohung aus dem Lande Taros heraufzog. Wegen des Wahnsinns, der die Bevölkerung befallen hatte, kam es zu einem Massaker durch die Drachenritter an der Bevölkerung. Als die Wolke endlich weiterzog, waren mehr als 100 Tote zu beklagen. Die überlebenden Drachenritter waren von ihrer Tat so entsetzt, dass sie auf immer den Waffen entsagen wollten. Nur der Ritter Tantalus und sein schwarzer Drachenfreund schlossen sich nicht an. Es kam zum Streit und Tantalus verließ wutentbrannt Ynis Eldea. Er schloss einen Pakt mit Baal, dem Gott der Zerstörung. In den folgenden Jahren sammelte er eine Armee aus Schwarzdrachen, magischen Ungeheuerlichkeiten und ähnlichen Geschöpfen, die er "Union der Zerstörung" nannte. Der folgende Krieg gegen die Drachenritter sollte mehr als ein Jahrhundert andauern. Der Krieg griff auch auf die andere Seite des großen Flusses über.

480 n.D. umgaben die Ältesten von Sha`Nurdra die Stadt mit einer Hecke und einem Graben und errichteten den legendären magischen Schutzschild.

481 n.D. wurde auch Nighton, bis dahin nur von einer Holzpalisade geschützt, von einer festen Mauer umgeben.

490 n.D. wurde ein Verteidigungsbündnis zwischen Nighton und den Zwergen geschlossen, welches beiden Völkern half, die dunklen Jahre relativ gut zu überstehen. Auch wurden hier im Südosten nie so schwere Kämpfe ausgetragen wie im Norden.

521 n.D. überfiel eine Horde Schwarzdrachen aus Tantalus Gefolge Sha`Nurdra. Der Schutzschild hielt, wenn auch nur knapp. Schweren Herzens entschlossen sich daraufhin die Ältesten der Stadt, ihre Abgeschiedenheit, die keinen Schutz mehr bot, und ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Eine Abordnung unter Ayala Sonnenwind reiste ins kriegsgebeutelte Ynis Eldea und bat um Aufnahme ins Reich. In den aus den folgenden Verhandlungen resultierenden Verträgen wurde die Unantastbarkeit der Elfenwälder festgeschrieben, wofür die Elfen sich verpflichteten, der Not leidenden Bevölkerung Dragonias Unterschlupf und Nahrung zu gewähren. Eine Abordnung der inzwischen recht stark dezimierten Drachenritter zog zum Schutz der Stadt nach Sha`Nurdra, während elfische Bogenschützen nach Ynis Eldea zogen. Die mit der Abordnung der Drachenritter gereisten Vertreter des Paladinordens erhielten gleichzeitig die Erlaubnis zum Bau ihres ersten Tempels in Sha`Nurdra.

569 n.D. war der Orden der Drachenritter fast ausgelöscht. Seine letzten Recken stellten sich unter Roland dem Mutigen auf dem Drachenberg den Horden Tantalus. Roland führte das legendäre magische Schwert "Feuerlöwin", mit dem es ihm schließlich gelang, Tantalus zu töten, doch er selbst und alle verbliebenen Drachenritter bis auf einen einzigen Drachen vergingen ebenfalls in dieser Schlacht. Sie ging als "Der letzte Kampf der Drachenritter" in die Geschichte ein. Unter den Toten war auch König Chivalric, der keine Erben hinterließ. Nach der vernichtenden letzten Schlacht gegen den abtrünnigen Drachenritter Tantalus unter König Chivalric wurde auch keiner der Kriegerpriester des Ordens der Paladine mehr lebend gesehen und man erklärte alle für tot und den Orden für aufgelöst. Niemand ahnte, dass der letzte Überlebende der Paladine schwer verletzt aus Dragonia fliehen konnte, um die Geheimnisse des Ordens zu retten. Und so geriet der Orden in den folgenden Jahrhunderten mehr und mehr in Vergessenheit.

569 bis 671 n.D. verhinderten Erbschaftsstreitigkeiten und ständig wechselnde Herrscher, dass das geschwächte Reich sich erholte. 601 n.D. machte König Barun von Aramon sich dies zu Nutze, indem er Nuru eroberte.


nach oben Der Neubeginn


671 n.D. gelang es dem Feldherren Veritas, sich der Treue der versprengten Reste des dragonischen Heeres zu versichern und es zu vereinen. Dadurch konnte er zum König Dragonias aufsteigen und diese Stellung auch behalten. In den folgenden Jahren machte er sich radikal, aber erfolgreich daran, die Erbstreitigkeiten zu beenden und das Reich zu befrieden.

676 n.D. gründete Veritas den Orden der Drachenritter neu. An den ersten Orden anknüpfend, bestimmte er einen Menschen, eine Elfe und einen Zwerg zu seinen Führern. Diese waren: Andrej von Sewerien, Neraija Kristallpfeil und Floî Sohn des Fundin. Es begann eine Phase des Wiederaufbaus.

717 n. D. konnte Königin Gudrun mit den inzwischen zu alter Stärke herangewachsenen Drachenrittern Nuru zurückerobern. Es gelang jedoch nicht, die Stadt unter Kontrolle zu halten. Nuru verkam zusehends und zog Gelichter aller Art an. Immer wiederkehrende Grenzscharmützel mit Aramon, das sich mit dem Verlust Nurus nicht abfinden wollte, erschwerten die Lage im Südwesten zusätzlich.

738 n.D. musste Aramon sich endlich der Übermacht der Drachenritter beugen und einen Friedensvertrag akzeptieren, der Nuru Dragonia zusprach. In der Foge brach eine lange Zeit des Friedens an, in der Ynis Eldea endlich zu neuer Blüte kommen konnte.

895 n.D. bot Fürst Cunibert von Nighton, erkennend, dass man in Ynis Eldea gierig nach dem reichen Fürstentum schielte, König Edel von Dragonia einen Pakt an, der Nighton die Unabhängigkeit garantierte, im Austausch gegen Vermittlung zu den Zwergenreichen, zu denen Dragonias Kontakt während der dunklen Jahre endgültig abgebrochen war, und gegen vergünstigte Zölle. Es entstand in den folgenden Jahren eine tiefe Freundschaft zwischen Dragonia und Nighton.

In dieser Friedenszeit zogen die Lichtelfen sich mehr und mehr aus der Welt zurück. 1003 n.D. verließen die letzten von ihnen Sha`Nurdra. Viele Geheimnisse, darunter das um den Schutzschild, gingen verloren.

1015 n.D. verlor Gabriel der Prächtige, ein Drachenritter, eine zu vorgerückter Stunde auf einem Gelage geschlossene Wette und bezahlte seinen Einsatz, indem er die Gilde der Waffenmeister gründete. Die militärische Ausbildung gewann daraufhin deutlich an Qualität.

~ 1050 n.D. Nach dem Verschwinden der Lichtelfen begannen die Schwarzdrachen von Taros gezielt ältere Drachen zu isolieren und anzugreifen, da sie nicht mehr befürchten mussten, dass die Elfen (zerstritten in Hoch- und Waldelfen, ohne die moderierende Stimme der Lichtelfen als Brücke zwischen ihnen) ihren alten Bündnisverpflichtungen allzu stark nachkamen. Bis 1070 starben zwei der drei noch lebenden Gründungsmitglieder des Drachenbundes. Sirnartak konnte einem Überfall auf ihn knapp entkommen. In den folgenden Jahren verwaiste der Treffpunkt des Drachenbundes und Krarkgorol verschloss die Insel 1077 n.D. Der erste Drachenbund war damit nach fünf Jahrhunderten ausgelöscht. Jedoch wurden auch die Schwarzdrachen stark dezimiert, so dass in den folgenden Dekaden kaum Schwarzdrachen außerhalb Taros gesichtet wurden.

1102 n.D. gründete Dimione Tauglanz die Gilde der Waldläufer, nachdem mehr und mehr Dörfer der Menschen am Rande des Elfenwaldes entstanden. Auf diese Weise konnte das Zusammenleben beider Völker im gegenseitigen Respekt gestaltet werden, ohne dass es zu Unruhen kommen musste. In den nächsten 150 Jahren gediehen Ynis Eldea und Nighton, während Nuru immer wieder durch Streitereien zwischen den orkischen und menschlichen Einwohnern sowie Krankheiten, zurückzuführen auf mangelnde Kanalisation und die ärmlichen Behausungen, gebeutelt wurde.

1252 n.D. wurde die prächtige Stadt Ynis Eldea völlig unvorbereitet von der Drachin Kyarasath angegriffen und weitgehend zerstört. Erst 1253 n.D. gelang es dem jungen König Aramon, die Drachin zu besiegen. Er baute die Stadt unter dem Namen Drachenauge wieder auf und nutzte die Situation Nightons, das nach Cuniberts Tod ohne Herrscher war, aus, um Stadt und Fürstentum nach fast 1000 Jahren der Unabhängigkeit wieder dem Reich einzuverleiben. Seit dem Kampf gegen den Drachen sah man König Aramon häufig in Begleitung einer blauen Drachin - der Tochter Kyarasaths, die er halbverhungert in den Höhlen unter der Drachenburg gefunden hatte und die ihm seitdem treu ergeben war. Lange Zeit verging nach dem Tode Kyarasaths, doch Aramon alterte seitdem nicht mehr, sondern regierte sein Volk in Frieden und Gerechtigkeit in der nicht endenden Blüte seiner Jahre. Gerüchte machten sich breit, das Drachenblut Kyarasaths habe ihm Unsterblichkeit verliehen, andere Stimmen aber wurden laut und fanden mit der Zeit viele Anhänger unter dem Volk, König Aramon sei in Wahrheit der legendäre König Dragon, der das Reich gegründet hatte und nun endlich zu seinem Volk zurückgekehrt war.

1371 n.D. setzte König Aramon den Ritter der Nacht Altarion von Eldersheim als Statthalter von Nighton und Christian di Asturien als dessen Stellvertreter ein.


nach oben Côrs Rückkehr


1372 n.D. machte erstmals ein Magier mit Namen Than auf sich aufmerksam. Er schien im Bunde mit Taros und dem Rachegott Baal (Côr) zu stehen und drohte, Sha`Nurdra mit Krieg zu überziehen. Doch zu stark war die Gegenwehr der Drachenritter und das Vorhaben wurde vereitelt. Um die Stadt in Zukunft besser schützen zu können, beschloss König Aramon, in der bisher autark regierten Siedlung einen Stadtrat einzusetzen, in dem neben der Waldelfe Varnayrah Gwên`Mandala auch zwei Nicht-Elfen saßen: der militärisch erfahrene Paladin Graham und der Heiler Loretus Hallendt.

In die gleiche Zeit fiel auch die Gründung des Städtebündnisses und des Kriegsrates von Dragonia, dem zunächst Drachenauge, Nighton und Sha`Nurdra angehörten. Als Than sah, dass er Sha`Nurdra nicht würde einnehmen können, nutzte er die unsichere Lage Nurus aus. Es gelang ihm, die Stadt im Handstreich zu erobern. Kurz darauf verstarb Than an einer rätselhaften Krankheit. Seine Armee verstreute sich in alle Winde und noch ehe das ferne Taros reagieren konnte, setzte König Aramon den Drachenritter Krizz Zweihandschwinger als Statthalter von Nuru ein, der die Stadt zu einem Bollwerk gegen Taros ausbaute und dem Städtebund beitrat. Trotzdem hatte die Stadt weiterhin mit Taros´ Spionen und Thans Hinterlassenschaften zu kämpfen.

Ebenfalls in diese Zeit fiel die Gründung der Miliz des Städtebundes unter Krizz Zweihandschwinger. Kurze Zeit später wurde Sir Altarion von Eldersheim zum Vizekönig erhoben.

1373 n.D. Wie sich nur allzu bald herausstellte, hatte Thans Tod dem Reich lediglich eine Atempause verschafft. Schon im Januar 1373 n.D. gingen Gerüchte um, der Magier Than wäre zu unheiligem Leben erwacht. Kurz darauf wurden seine Armeen an Dragonias Grenzen gesichtet. Die Miliz wurde einberufen, um unter Sir Altarion die Verteidigung Sha’Nurdras zu stärken. Einer glücklichen Fügung war es zu verdanken, dass in Sha’Nurdra genau zu dieser Zeit die Formel für den magischen Schutzschild wiederentdeckt wurde. Durch diese beiden Umstände war auch die relativ schwache Elfenstadt längst nicht so wehrlos, wie der Feind erhofft hatte.

Bald bewegten sich Armeen aus Dunkelelfen, Schwarzdrachen, Orks und sonstiger widernatürlicher Kreaturen, die Than aufbieten konnte, auf die vier Städte zu. Eine Armee von Orks zog über die große Furt und griff Nighton an. Die Verteidiger bekamen unerwartete Hilfe. Königsadler stürzten sich auf die Schwarzdrachen, welche die Orkarmee begleiteten. Im Nu hatten sie die Armee und alle Drachen vernichtet. Jene Orks, die diesen Angriff überlebten, zogen fluchtartig Richtung Sha'Nurdra weiter. Die Miliz Nightons folgte ihnen, um der Elfenstadt zu helfen. Sha’Nurdra hatte ebenfalls unter den Angriffen der Schwarzdrachen sowie den berüchtigten orkischen Baumschleudern zu leiden. Doch dank des Schutzschildes und der überlegenen Strategie Sir Altarions wurden auch hier die angreifenden Armeen vernichtend geschlagen.

Drachenauge wurde von See aus bedroht, hier erwiesen sich die noch nicht ganz fertig gestellten Hafenanlagen als leichtes Angriffsziel für die Flotte aus Taros. Die Verteidiger wurden hart bedrängt und erst im letzten Augenblick aktivierte sich das Drachenauge, jenes magische Artefakt, das die Stadt vor allem Bösen schützen sollte, und vernichtete die Angreifer.

Am längsten tobte der Kampf um die Grenzstadt Nuru. Obwohl die Garnison durch einen dreifachen Wall und die stärkste Truppe Dragonias, die "Löwenpranke" geschützt war, hatten es ihre Verteidiger am schwersten, denn hier griff die Hauptstreitmacht unter Thans Führung an. Erst das Eingreifen des wohl ältesten und weisesten Drachen des Reiches, des Schwarzdrachen Sirnatak Krarkgorol, brachte den Verteidigern den Sieg. In einem gewaltigen Zweikampf in den heiligen Grotten unter der Löwenfeste erlag Than zur gleichen Zeit dem Schwerte Krizz Zweihandschwingers und letztlich seinem eigenen Machthunger.

So waren bereits Mitte Februar 1373 n.D. die Truppen aus Taros geschlagen und bis auf versprengte Reste aus dem Reiche vertrieben worden.

In den Monaten nach dem Krieg erhielt das Gildenwesen, hauptsächlich als Reaktion auf den allzu knappen Ausgang der Belagerungen, einen gewaltigen Aufschwung. Schnell nacheinander wurde der Bund der Weisen, eine Magiergilde; die Hohenturmgilde, ein Zusammenschluss von Heilern; die Drachengilde „Drachenhort“ sowie der Heilige Orden der Zwölf, eine Neugründung der alten Paladingilde, ins Leben gerufen.

Elessar Eledhwen, ein Priester des Ordens des Lichts, welcher Jahrhunderte zuvor fernab von Dragonia von den Rettern des letzten Paladins gegründet worden war, kam nach Sha’Nurdra und beschloss, sich dem ehrenwerten Graham, dem ersten Paladin Dragonias, anzuschließen und dessen Pläne zur Neugründung des Heiligen Ordens tatkräftig zu unterstützen.

Ebenfalls kurz nach dem Krieg trat Sir Altarion von seinem Amt als Statthalter von Nighton zurück.

Eine Zeit relativer Ruhe brach an. Jedoch verschwand König Aramon I. plötzlich spurlos, gefunden wurde nur ein Schreiben, in dem er die Verantwortung für das Reich seinem Stellvertreter Sir Altarion und seiner Verlobten übergab. Am 25. Oktober 1373 n.D. heiratete Sir Altarion von Eldersheim Varnayrah Gwên`Mandala in der Kathedrale von Drachenauge und in einem waldelfischen Ritual in Sha’Nurdra und wurde am gleichen Tag zum neuen König von Dragonia gekrönt.

Im Frühjahr 1374 n.D. verstummte in Sha’Nurdra plötzlich die Windharfe, die schon seit langen Jahrhunderten die Stadt vor Überfällen schützte. Um die Ursache für diesen Umstand herauszufinden, brachen das Königspaar und mehrere Drachenritter ins Land des Sommers, die alte Heimat der Elfen, auf. Auf dieser Insel im Sternenmeer war ein Besatzungsheer aus Dunkelelfen eingefallen, die Finarfin Windsänger, den Erbauer der Windharfen und Großvater der Königin, entführt hatten. Das Ritual, welches die Dunkelelfen mit ihrem Gefangenen zur endgültigen Unterwerfung des Landes des Sommers durchführen wollten, konnte in letzter Minute vereitelt werden.

Am 8. August des Jahres 1374 n.D. wurde dem Königspaar mit Taliesin Thar’Vaiyon ein Thronfolger geboren.

Im März des Jahres 1375 n.D. verließ König Altarion das Land mit großen Teilen der dragonischen Armee, um seinem Heimatland Cormyr zur Hilfe zu eilen, das durch einen Krieg schwer bedroht war. Tags darauf verließ auch die Königin Drachenauge und wurde für die nächsten sechs Monate in der Hauptstadt nicht mehr gesehen. Als offizieller Grund wurde eine schwere Krankheit angegeben, derentwegen die Königin sich nach Sha’Nurdra zurückgezogen habe, doch die Gerüchte, die in der Hauptstadt von einem Zerwürfnis mit dem König oder noch Schlimmerem munkelten, wollten nicht verstummen.

Die Abwesenheit des Königs wurde von einem seiner Generäle namens Adhunakor dazu genutzt, das sowieso niemals herzliche Verhältnis zwischen den Elfen und den anderen Völkern Dragonias weiter zu strapazieren. Er versuchte lange schon diskutierte, aber nie in Angriff genommene Pläne zum Bau einer Straße durch die Elfenwälder zur Grenze Isuas in die Tat umzusetzen. Die Elfen reagierten, wie vorherzusehen war, nicht erfreut auf dieses Vorhaben und sperrten die Elfenwälder vorübergehend für jeglichen Durchreiseverkehr. Warum die Königin an dieser Stelle nicht eingriff, war unklar, dieser Umstand verstärkte jedoch die Gerüchte, die über sie im Umlauf waren, noch weiter. General Adhunakor wurde festgesetzt, sobald Sir Georg, des Königs Stellvertreter, von dessen Eigenmächtigkeit hörte. Diese Schwächung des Königreiches kam dem Feldherren Tangalur vom Schwarzen Turm zu Ohren, der die Gunst der Stunde nutzte und mit seinen Truppen aus Taros im April 1375 n.D. alle vier Reichsstädte Dragonias gleichzeitig angriff. Der Krieg tobte etwa drei Monate lang, dann gelang es, dank der aus Cormyr heimkehrenden Armee, die Horden aus Taros zu besiegen. Doch der Preis war hoch: große Teile Dragonias waren verwüstet, die Städte halb zerstört und die Verluste groß.

Nachdem die Kriegswirren einigermaßen beigelegt waren, begann König Altarion im September 1375 n.D. mit dem Bau einer zweiten königlichen Residenz vor den Toren der Elfenstadt Sha’Nurdra. Auch hiervon waren die Elfen alles andere als begeistert, doch die Vermittlung Königin Varnayrahs konnte diesmal eine Eskalation verhindern. Seit dieser Zeit war das Königspaar auch wieder öfter zusammen in der Hauptstadt und anderswo anzutreffen, was die Gerüchte etwas leiser machte, jedoch keineswegs zum Verstummen brachte.

Im Januar des Jahres 1376 n.D erregte ein Ereignis ganz anderer Art Aufsehen: der uralte Drache Tar’Ciryatan forderte die Drachenritter zu einer Suche nach den uralten Insignien des Bündnisses zwischen Drachen und Drachenrittern heraus. Als Preis nannte er eine Erneuerung eben dieses Bündnisses. Die Drachenritter lösten die Rätsel des Drachen und konnten das alte Bündnis erneuern.

Bald nahmen Geschehnisse ihren Anfang, die die Zukunft des Landes nachhaltig erschüttern sollten: Tangalur, der die Schmach seines verlorenen Kriegszuges rächen wollte, unternahm einen Angriff auf den Weltenbaum, ein mythisches Wesen, in dem die Elfen das allererste, von den Sängern des Schöpfungsliedes geschaffene Lebewesen sehen, zwischen dessen Wurzeln der Ahwa’ayala, der Grüne Fluss, als Träger des Schöpfungsliedes entspringt. Im Laufe der folgenden Kämpfe wurde nicht nur der elfische Elitekriegerclan der Schattentänzer nahezu vernichtet, auch Côr, der in die Kämpfe einzugreifen versuchte, wurde besiegt und seine Essenz in die Winde verstreut. Im nun führerlosen Taros brach Chaos aus, doch man munkelt, dass Côr keineswegs für immer besiegt sei und dass in Taros schon bald eine mächtige Magierin sich erhob und die Führerschaft beanspruchte.

April 1376 n.D. Finarfin Windsänger fiel im Kampf um den Weltenbaum und wurde als Sternenmeeralbatros ins Sternenmeer entrückt. Seine Enkelin Varnayrah Elentári wurde neue Windsängerin der Elfen.

Für eine Weile kehrte Frieden in Dragonia ein. Dies gab den Bürgern des Reiches genügend Zeit, die alten Gerüchte um das Königspaar wieder aufleben zu lassen, denn erneut wurde auf den Marktplätzen kräftig getratscht. Die Geschichten waren diesmal um ein pikantes Detail reicher: angeblich sei die Königin überaus häufig mit dem Anführer ihrer Leibwache, dem Elfenkrieger und Schattentänzer Ancalagon Schattentanz zu sehen. Die Reaktion des Königs auf diese Gerüchte, der Überfall auf Ancalagon durch den Geheimdienst "Die Sinne Dragonias" und das anschließende Gespräch zwischen den Kontrahenten drang nie an die breite dragonische Öffentlichkeit, doch war dies ein weiterer winziger Puzzlestein, der das Verhältnis der Elfen zum König belastete.

Ungefähr um dieselbe Zeit, im August des Jahres 1376 n.D., zog eine Schar tapferer Recken, dem Hilferuf einer verwundeten Lykantrophin folgend, in die Nordlande ins Reich der Thorwaler. Dort stießen Drachenritter zum ersten Mal auf die "Wilde Jagd", eine Horde Côr-treuer Werwölfe und Wolfsdämonen unter ihrem Anführer Shir Khan, und auf die "Freien", ein Zusammenschluss von Lykantrophen, die nicht Côr-hörig waren und in der Stadt der Freien unter ihrem Anführer Baghira lebten. Das Hauptziel der Freien war und ist die Bekämpfung der "Wilden Jagd".

Januar 1377 n.D. Nach dem glücklichen Ausgang dieses Abenteuers kam es in Dragonia jedoch zu einer Reihe unheimlicher Begebenheiten: ein Schiff aus Thorwal landete im Hafen Drachenauges und brachte die "Wilde Jagd" mit; die Kreaturen der Nacht gingen unerkannt von Bord und hielten sich zunächst versteckt. Kurz darauf erhielt die Besitzerin des dragonischen Unterweltetablissements "Der Seidene Schleier", Lady Athaliah, Besuch durch einen gut aussehenden Fremden, der sich Shir Khan nannte. Seitdem gingen Gerüchte um, die Lady sei noch skrupelloser und grausamer und vor allem äußerst unheimlich geworden. Der bekannte Adelige und Frauenheld Graf de Bourgh schien sich nicht daran zu stören, da er Lady Athaliah kurz darauf bei sich empfing. Und auch der Graf erschien danach seltsam verändert.

Im März 1377 n.D. lud das Königspaar zu einem Ball in die Drachenburg, vordergründig anlässlich der erneuten Schwangerschaft der Königin, aber natürlich auch, um die Gerüchte um die Untreue Varnayrahs endgültig zum Verstummen zu bringen, indem man Einigkeit demonstrierte. Der Ball und das gleichzeitig stattfindende Volksfest in der Oberstadt Drachenauges endeten in einer Katastrophe. Die "Wilde Jagd" wählte die Festlichkeiten zum Angriff auf die feiernden Menschenmassen, während im Ballsaal Graf de Bourgh Königin Varnayrah öffentlich der Untreue beschuldigte und Geiseln nahm – unterstützt von Lady Athaliah und Shir Khan in Gestalt des Adeligen Baron Adelaos von Sturmfels. Nun sollte sich zeigen, dass Côr keineswegs endgültig besiegt war, sondern dass die Teile seiner Seele in diesen dreien und einer weiteren, bislang unerkannten vierten Person, willige Träger im Austausch gegen Macht und die Erfüllung persönlicher Gelüste gefunden hatten.

Im Ballsaal entbrannte ein heftiger Kampf zwischen den Trägern der Seele Côrs und den Hofmagiern König Altarions, doch zu guter Letzt musste der König sich geschlagen geben und wurde mitsamt den anwesenden Drachenrittern ins Exil geschickt, während die Königin in Gefangenschaft zurückblieb. De Bourgh nahm unerkannt König Altarions Platz ein, da Côr ihm die Gabe des Gestaltwandelns verliehen hatte. Die Kämpfe in der Oberstadt konnten derweil nur unter großen Verlusten unter der Bevölkerung und der Armee beendet werden. Viele Soldaten wurden im Laufe dieser Kämpfe zu Lykantrophen, und gute zwanzig von ihnen blieben unter der Führung des echten Baron von Sturmfels, den das gleiche Schicksal ereilt hatte, dem Reich treu. Sie flohen aus der Hauptstadt zur Burg des Barons, um von dort aus den Widerstand gegen den falschen König zu organisieren.

Der echte Altarion machte sich ebenfalls auf Umwegen zurück zur Hauptstadt. Nach heftigen Kämpfen gegen die mittlerweile frei im Land marodierenden Truppen der Wilden Jagd, traf die Gruppe um den König ebenfalls auf Burg Sturmfels ein. Von dort drangen sie in einen unterirdischen Gang Richtung Drachenauge vor, der sich als Zugang zur uralten, verschütteten Hochelfenstadt Ynis Eldea entpuppte. Im Thronsaal des alten Hochelfenherrschers, der genau unter der heutigen Drachenburg lag, kam es zum finalen Kampf der königstreuen Kämpfer gegen die Côrträger. Den Côrträgern gelang während des Kampfes die Wiedererweckung der alten Schwarzdrachin Kyarasath und eines Nachtdämonen. Dem hatten die Drachenritter nur die Erweckung des Elfenherrschers Siraiyon Sturmtänzer und des alten Drachen Shartol, dem Goldenen, den ersten Drachenreitern der Hochelfen, entgegen zu setzen. Mit zusätzlicher Hilfe des weisen Drachen Tar’Ciryatan konnten die Drachenritter die Schlacht für sich gewinnen. Kyarasath und den Trägern Côrs jedoch gelang die Flucht.

Die magischen Erschütterungen während des Kampfes hoben den alten Thronsaal und den Drachenthron König Siraiyons wieder an die Erdoberfläche und brachten den Bergfried der Drachenburg zum Einsturz, so dass sich heute inmitten der Drachenburg die alte hochelfische Halle erhebt, mitsamt einem See und einer Insel mit dem Drachenthron in dessen Mitte. Seit dieser Zeit sind die Gestaltwandlerin Tethera und die Schamanin Mohican Tanana, die beide in die Kämpfe eingriffen, als Hofmagier in den Diensten des Königs tätig. Seit jener Zeit auch gibt es in der dragonischen Armee unter Baron von Sturmfels eine lykantrophische Brigade.

August 1377 n.D. Nicht lange nach diesen Begebenheiten wurde in Sha’Nurdra die Residenz König Altarions unter dem Namen Tala’dehn Fey fertiggestellt. Dies nahmen die Elfen zum Anlass, einen Rat auszurufen, wo es aber hauptsächlich darum gehen sollte, das Verhältnis des nun sehr unzufriedenen Elfenvolkes zum König zu klären. Fast gleichzeitig machten erneut Gerüchte über ein Wiederauftauchen des Magiers Than die Runde.

1378 n.D. König Altarion verließ nach einem tödlichen Unfall seines Bruders das Reich Dragonia, um König von Cormyr zu werden. Taliesin I., der Sohn Altarions, wurde zum König gekrönt, und bis zu seiner Volljährigkeit von Siraiyon Sturmtänzer und Björn Oleson vertreten. Ein Rat aus den Statthaltern Marquis de Lesthat (Nuru), Silvana da Remyth (Nighton), Drax Hammerhall (Drachenauge), Elessar Eledhwen (Sha'Nurdra), Kommandeur Samuel Mumm sowie den Vertretern des kindlichen Königs wurde gebildet, um das große Reich gemeinsam zu verwalten.

Mai 1380 n.D. Durch den Verrat des Marquis de Lesthat fiel die Stadt Nuru an Taros. Den vier Träger der Seelensplitter Côrs, Shir Khan, Anführer der wilden Jagd, Myriel von Alandyos, Armande de Lesthat und Lady Aksha, gelang es durch ein finsteres Ritual mit dem Schädel des Druiden Corann, diesen in der entweihten Kirche der Stadt wiederzuerwecken. Der Wiederbelebte Gefallene Sternensänger führte seine, durch ein Portal beschworene Armeen, gegen die vereinte Streitmacht Dragonias. Tausende von Menschen, Elfen, Zwergen und Drachen kämpften vor den Toren gegen Côr und seine Gefolgschaft aus Dunkelelfen, Lykantrophen, Orks, Dämonen und Schwarzdrachen. Die Schlacht schien von Anfang an verloren, denn niemand konnte dem Gefallenen standhalten. Doch die Vereinigung des jungen Königs Taliesin und der Silberdrachin Seraphina erneuerte den Bund zwischen den Kindern des Liedes und den Kindern des Drachen, wodurch schon einmal der Sieg errungen wurde. Die Sternensänger selbst erscheinen auf dem Schlachtfeld, selbst Draak zeigte seine Macht, und gemeinsam trieben sie den Gefallenen zurück. Die Schlacht war gewonnen. Côr nutzte die Lieder der Macht seiner Geschwister jedoch auf heimtückische Weise und errichtete eine Kuppel über Nuru, bevor er geschwächt nach Taros floh.

November 1380 n.D. Der tot geglaubte Tangalur, Herrscher der Dunkelelfen, und der Nachtdämon traten wieder in Erscheinung. Beide waren jedoch nur ein Schatten ihrer selbst und versuchten wieder zu Kräften zu kommen, indem sie die Rosenkraniche unter Nea'Lalaith, einer Nymphenfee, Geschöpfe von Kementari, ihrer Seelen berauben wollten. Zum Schutz der Vögel, sendete die Nymphe Federn und Träume über ganz Dragonia, welche einige Helden zu ihr führten, unter anderem auch Christian di Asturien, den Retter des Drachenauges. Die Gefährten wurden auf ihrer Eskorte, die Vögel zu Kementaris Höhle zu begleiten, unablässig von niederen Dämonen angegriffen, bis sie von einer gewaltigen Gewitterwolke umschlossen und getrennt wurden. Dort stellten sie Tangalur zum Kampf, welcher Christian täuschte und mit dessen Hilfe wieder ins Leben zurückkehrte. Zusammen konnten die Helden jedoch den Drow besiegen, sodass er und der Nachtdämon sich zurückziehen mussten, bevor sie wieder erstarken konnten.

1380-1383 n.D. Die Belagerung von Nuru hielt an. Ein Ring von Lagern umgab die Stadt und hielt die darin stationierten Soldaten von Taros ab, weiter in das Land vorzudringen. Im ganzen Land wurden weitere Truppen ausgehoben und für den Krieg gerüstet. Zudem wurde ein Plan geschmiedet, um einen Widerstand in Nuru selbst zu organisieren, da die dunkle Kuppel von Côr einen direkten Angriff verhinderte. Über Sha'Nurdra hatten die Sternensänger ebenfalls eine Kuppel errichtet, ein helles Gegenstück zu der in Nuru.

Wegen der Quarantäne durch die Kriegslager vor den Stadtmauern war die Garnison gezwungen, die Bewohner durch Schmuggel zu versorgen. Immer wieder kam es zu Gefechten mit den Belagerern. Die Wilde Jagd herrschte über die Wildnis im Süden und überfiel immer wieder Dörfer, um ihre Reihen nach der Schlacht mit neuen Lykantrophen zu füllen.

Gleichzeitig nahm der Widerstand in der Stadt langsam Gestalt an.

März 1383 n.D. Beinahe unbemerkt verfolgten Marquis de Lesthat und die Dunkelelfen ihre Ziele, während Dragonia mit Ablenkungsangriffen hingehalten wurde. Bewohner verschwanden aus der Stadt, Söhne von Loyalisten des Königs, aber auch einige der Verräter bleiben nicht verschont. Unter der Führung von Tar'Xagru, einem mächtigen Gesandten aus Taros, versuchten die Drow einen alten Schrecken in den Höhlen unterhalb Nurus zu befreien, der einst von dem Ork Karkush und seinen engsten Gefährten gebannt worden war.

Doch der Plan wurde vorzeitig entdeckt, als Auswüchse des versiegelten Ygramul, einem Dämonengewächs mit der Fähigkeit niedere Dämonen zu gebären, in Nuru und seiner Umgebung aufzutauchten. Bis zu den Lagern der königstreuen Belagerer wurden die Samen vom Wind getragen und fingen auf allen Dingen an zu wachsen und zu mutieren, welche sie berührten. Ein Alptraum der ganz in Aylann in eine Vorhölle zu verwandeln drohte. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann, als Christian di Asturien mit einer gemischten Truppe Helden aufbrach, um Tar'Xagru aufzuhalten. Während eines Kampfes auf der ehemaligen Löwenfeste gegen Tar'Xagru offenbarte sich, dass es sich bei Tar'Xagru um Tangalur handelte, der von Côr für sein Versagen bestraft worden und seither vom Nachtdämon besessen war.

Die Nachrichten von der bevorstehenden Katastrophe hatten unterdessen Drachenauge erreicht. Taliesin selbst, König von Dragonia, brach sofort mit seiner Drachengefährtin Seraphina auf. Seine Mutter Windsängerin Varnayrah Elentari war mit einer Gruppe Gefährten bereits vorausgeeilt, um sich in der Höhle des Ygramul Tar'Xagru zu stellen. Taliesins Erscheinen vor dem Stadttor sollte die Truppen Nurus von dem Kampf unterhalb der Stadt ablenken. Unter dem Kommando des jungen Königs führten die anwesenden Truppen Dragonias einen Scheinangriff gegen Nuru im Schutze der Nacht aus.

Der finale Kampf gegen Tar'Xagru sollte jedoch nie stattfinden, denn kaum wurde der Nachtdämon der Windsängerin gewahr, verließ er Tangalurs Körper, welcher daraufhin nicht mehr die Kraft für das Ritual aufbringen konnte. Der Dunkelelf wurde in einem orkischen Versiegelungsritual zusammen mit dem Ygramul eingeschlossen. Die Windsängerin Varnayrah Elentari hingegen stellte sich mit ihren Gefährten dem Nachtdämon. Der Niederlage des Nachtdämons war damit besiegelt.

Die Kuppel über Nuru, welche die Truppen Dragonias zurückgehalten hatte, fiel mit der Niederlage von Côrs großen Gefolgsleuten. Taliesin und Seraphina bekämpften und bezwangen den Vampirstatthalter Lesthat, welcher nach einem tödlichen Hieb in den Wald stürzte. Seinen Tod jedoch konnte niemand bezeugen.

Nurus Straßen wurden von Blut getränkt, als die Orks sich erhoben, um die Drow aus der Stadt zu treiben. Geführt von Grosh, dem neuen Häuptling Nurus, begann ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadt. Freundschaft und Frieden wurde zwischen den Orks und König Taliesin vereinbart. Das Reich hatte sein Bollwerk gegen Taros zurückgewonnen.


 



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